Wir schließen die Augen und lauschen gebannt der Stimme von David Nathan, wärend er die ersten Sätze des Hörbuchs “Spektrum” liest. Und eh’ man sich versehen hat, ist man im Bann der Geschichte von Sergej Lukianenko, dem momentanen Star unter den russischen Autoren. Aus seiner Feder stammt auch die erfolgreiche “Wächter” Tetralogie .

Aber kehren wir zurück in die Welt der Geschichten. Denn genau diese Geschichten sind es, die als Zahlungsmittel für die Reise durch die Galaxien akzeptiert werden. Nicht jeder ist in der Lage, den “Schließern”, einer Rasse von Außerirdischen, die auf vielen Welten im Universum Portale errichtet haben, eine solche Geschichte zu erzählen, so das sie die Weiterreise gestatten. Ein besonderes Talent in dieser Hinsicht hat der junge Privatdetektiv Martin Dugin, welcher auch die Hauptperson in dieser Geschichte ist. Dank seiner Fähigkeiten ist es ihm scheinbar ein Leichtes, die Schließer zu überzeugen ihn weiterreisen zu lassen. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf und zusehends auch an Fahrt auf, als ein Vater Martin engagiert, seine Tochter Irina für ihn zu finden, die kürzlich von zu Hause verschwunden ist. Er nimmt diesen Auftrag an und spätestens zu dem Zeitpunkt, als Martin die Vermisste zum vermehrten male Tot auf verschiedenen Welten auffindet bzw. sie kurz nach seiner Ankunft verstirbt muss er feststellen, das die Dinge nicht ganz so einfach sind wie sie scheinen und sein Auftrag vielschichtiger Natur ist.



Dieses Hörbuch (und auch seine Romanvorlage, da es ungekürzt ist) besticht durch grandiose Erzählweise, welche es meisterhaft vermag tiefgründige, philosophische Gedanken mit zeitgenössischer Unterhaltung zu verweben, ohne das der Zuhörer jemals den mahnenden Finger oder eine grüblerische Grundhaltung zu spüren bekommt. Im Gegenteil: Lukianenko veranstaltet ein Feuerwerk der Kreativität, was sich zum Beispiel darin äußert, dass er völlig problemlos und glaubwürdig sieben unterschiedliche Welten samt Bewohner zu skizzieren vermag, ohne dem Bereich des “Science Fiction Kitsch” zu verfallen.
Die Charaktere werden lebendig und vielschichtig modelliert und zeigen eine glaubwürdige, den Umständen mehr als angemessene Entwicklung, welche dem guten Gesamteindruck noch das berühmte “i-Tüpfelchen” aufsetzt.

Der Sprecher David Nathan zeigt großes Geschick in der verbalen Annimation der Charaktere und sorgt dafür, das die Welt, die Lukianenko erschaffen hat, sehr lebendig vor dem inneren Auge entsteht.

Und so kann auch ich als Fazit guten Mutes sagen: “Du hast meine Einsamkeit und meine Trauer vertrieben, Wanderer.” Ich hoffe, Lukianenko nimmt sich dies zu Herzen und sorgt für noch viele derart gelungene Geschichten.