Charlie Asher ist der Innbegriff eines Betamännchens. Wer bei diesem Satz ins Schmunzeln und Stirnrunzeln zugleich kommt, der wird an diesem (Hör)buch seine helle Freude haben. Ich gebe zu, dies ist ein seltener Fall von Vorschusslorbeeren aber wie ich glaube in diesem Fall berechtigt.

Zunächst: Ein Betamännchen zeichnet sich durch seine blühende Phantasie aus. Diese nutzt es um alle nur erdenklichen Gefahren sich auszumalen um anschließend mögliche Gegenmaßnahmen zu ersinnen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Charlie seiner Frau Rachel zur Geburt der gemeinsamen Tochter Sophie eben auch einen Campingkocher und auch einen Feuerlöscher mit ins Krankenhaus gibt. Diese Vorsichtsmaßnahmen greifen jedoch nicht, denn Rachel stirbt. Charlie jedoch sieht einen mintgrünen Mann am Bett seiner Frau und will selbigen für das Ableben von Rachel verantwortlich machen. Allerdings ist besagter Mann nicht auf den Videos der Krankenhausüberwachungskameras zu sehen. Und während Charlie versucht sein Dasein als Witwer und alleinerziehender Vater zu begreifen fangen Gegenstände in seinem Laden zu leuchten an und ausgerechnet der mintgrüne Mann meldet sich am Telefon wieder. Dieser erklärt ihm, dass Charlie nun ein Totenbote sei und seine neue Aufgabe darin bestünde, die Seelen verstorbener einzusammeln und an Berechtigte weiterzugeben. Das wäre ja noch halbwegs erträglich wenn nicht nun auch noch die Kräfte der Unterwelt beschlossen hätten, dem leidgeplaten Betamännchen das Leben schwer zu machen….

 

Dieses (Hör)buch strotz geradezu vor ironischer und makaberer Betrachtungen und ist zugleich unterhaltsam und liebevoll. Die Charaktere sind mit unglaublicher Liebe ausgearbeitet und jede ihrer kleinen Macken, Ecken und Kanten wunderbar gezeichnet.  Die Minderwertigkeitskomplexe und übertriebenen Ängste des Betamännchens (allein dieses Konstrukt ist zum schreien unfreiwillig komisch), die beleidigten Kräfte der Unterwelt welche sich z.B. lauthals darüber beklagen, dass es verdammt uncool ist vom Auto überfahren zu werden und überhaupt es war damals doch viel stylisher vom Schwert erschlagen zu werden bis hin zu Höllenhunden welche Lichtmaschinen und Seifenlauge zu ihrer Leibspeise auserkoren haben. Christopher Moore kreiert nach “Die Bibel nach Biff” ein weiteres kleines Meisterwerk welches sich auf der einen Seite sehr stilvoll dem Tabuthema “Tod” nähert und auf der anderen Seite weiterhin sehr unterhaltsam ist.

Allerdings wäre auch dieses Buch in seiner Hörbuchvariante nicht ansatzweise so unterhaltsam wenn nicht die grandiose Interpretation Simon Jäger für ungemeine Lebendigkeit sorgen würde. Selbst kleine Nuancen in der Stimme sorgen für einen klaren Wiedererkennungseffekt und ein lebhafter Erzählstil gibt der Geschichte zusätzlichen Schwung.

Als Fazit ist dieses Hörbuch schlicht und ergreifend nur Eines: ein todsicherer Tipp!